Weibern kann noch gewinnen
2. Frauenhandball-Bundesliga: TuS fährt bei der TSG Ketsch den ersten Sieg des Jahres ein
In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen hat der TuS Weibern mit einem 26:24 (14:13)-Auswärtserfolg bei der TSG Ketsch den ersten Sieg im Jahr 2010 errungen und damit den erhofften Befreiungsschlag gelandet. Durch den doppelten Punktgewinn hat sich Weibern nach der gleichzeitigen Niederlage der HSG Bad Wildungen gegen die SG BBM Bietigheim (28:32) wieder auf Platz drei der Tabelle vorgearbeitet.
TSG Ketsch - TuS Weibern 24:26 (13:14)
KETSCH. Der 26:24 (14:13)-Auswärtssieg des Frauenhandball-Zweitligisten TuS Weibern bei der TSG Ketsch in der Neurott-Halle lässt sich am besten durch das abschließende Fazit des TuS-Trainers Jan Reuland richtig einordnen: "Es war einfach wichtig, mal wieder zu gewinnen und damit ein Erfolgserlebnis zu verbuchen. Das war heute ein richtig dreckiger Arbeitssieg. Eine spielerische Offenbarung hingegen war es nicht. Das sieht anders aus."
Dennoch dürfte es für Weiberns Übungsleiter in der Nähe des Hockenheimrings auch einige positive Erkenntnisse gegeben haben. Immerhin gingen mit den sieben Treffern der starken Eva Frank, den sechs Toren der agilen Annick Bosshart und einem Tor von Lisa Schenk gleich 14 Weiberner Treffer auf das Konto der Außenspielerinnen - auch wenn eine Reihe dieser Tore durch Gegenstöße erzielt wurden. "Es stimmt, unsere Außen haben heute gut getroffen und sind auch etwas besser frei gespielt worden als zuletzt", sagte Reuland.
Rückraum wirkungslos
Angesichts des wenig durchschlagskräftigen Rückraums - eigentlich eher untypisch für das Weiberner Spiel - in dem die sonstigen Torgaranten Simone Salz und Nadja Zimmermann weitgehend wirkungslos blieben, waren die Eifelerinnen auch gut beraten, ihr Heil vermehrt über Außen zu suchen. Was die Ferndistanz anging, hatten beide Mannschaften am Samstag große Defizite. So entwickelte sich laut Reuland eine Partie mit vielen Fehlern im Angriff, die von seiner Mannschaft im schnellen Gegenstoßspiel aber um einiges besser ausgenutzt wurden als von den enttäuschenden Gastgeberinnen.
Nachdem sich bis zur Halbzeit bei einer knappen 14:13-Führung der Gäste noch eine torreiche Partie andeutet hatte, ließ die TuS-Defensive anschließend nur noch wenig zu, da Weibern die Ketscher Harmlosigkeit aus dem Rückraum erkannt hatte. Dabei erwies sich auch Reulands Entscheidung als goldrichtig, deutlich mehr durchzuwechseln als in den vergangenen Spielen. "Ich habe mich fast eisern an einen Zwanzigminutentakt gehalten und dabei abwechselnd Spielerinnen wie Jessica Oster und Simone Salz geschont. Insgesamt hat das recht gut funktioniert", sagte Reuland.
TuS behält die Nerven
Nicht zuletzt auch wegen dieser Taktik hatte Weibern dann in der zweiten Halbzeit auch körperlich mehr zuzusetzen - vor allem als Weiberns komfortabel wirkende 22:17-Führung nochmals kräftig zusammenschmolz und Ketsch auf 23:24 herankam. "Wir haben dann aber die Nerven bewahrt und defensiv gut gestanden, sodass die Schlussphase der Begegnung uns gehörte", war Reuland froh, dass seine Mannschaft dem Druck nach zuletzt 1:5-Punkten in Serie standhielt. Weiberns Trainer meinte abschließend: "Ich bin froh, dass die Mädels mit einem Erfolgserlebnis in den Karneval gehen. Jetzt dürfen sie ein wenig feiern und den Kopf frei bekommen. Danach wollen wir mal wieder eine Positivserie starten." (htr)
TSG Ketsch 24 ( 13 )
TuS Weibern 26 ( 14 )
TSG Ketsch: Arndt, Ghosh; Trunk (7), Kleinjung (6), Löbisch (4), Kaden (3), Barth (2/2), Köhler (1), Rolland (1), Krake, Michels, Schalk, Seither, Vreden.
TuS Weibern: Herbst, Knooren; Frank (7), Jaszczuk (6/2), Bosshart (6), S. Salz (2), Etheber (2), Oster (1), Schenk (1), Schmitt (1), Kils, Mohr, D. Salz, Zimmermann.
Schiedsrichter: Fabian Baumgart/Sascha Wild (Neuried/Elgersweiler).
Zuschauer: 330.
Spielfilm: 1:2, 1:4, 5:4, 8:6, 13:11, 13:14 - 14:16, 16:20, 17:22, 21:24, 23:24, 24:26.
Nächste Aufgabe für den TuS Weibern: am Samstag, 20. Februar um 19.30 Uhr gegen den BSV Sachsen Zwickau. |